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Fähre "Zakynthos" vor Kyllini

Bis ihrem Untergang im Jahr 1989 wurde das Schiff manchmal als ein Schifffahrtsjuwel zwischen der ionischen Insel Zakynthos und dem griechischen Festland bezeichnet. Heute liegt sie auf dem Meeresgrund in 45 Metern Tiefe. Bis zum Jahr 2015 sogar unentdeckt…

Die Ro-Pax Fähre wurde im Jahr 1979 in Kynossoura nahe Athen gebaut und fuhr bei ihrem ersten Eigner unter dem Namen „Gioconda“. Später diente sie auf der Verbindung zwischen dem griechischen Hafen Kyllini und der beliebten Touristeninsel Zakynthos, deren Namen sie unter dem neuen Eigner bekam. Bis zu 520 Personen konnte das 88 m lange Schiff transportieren. Doch glücklicherweise ist sie fast leer, als sie an einem kalten Dezembertag im Jahr 1989 zum letzten Mal den Hafen verlässt. Lediglich 15 Tanklastwägen, ihre Fahrer und eine 20-köpfige Mannschaft sind an Bord. Wäre es dem nicht so, hätte „Zakynthos“ mit Leichtigkeit die „Salem Express des Mittelmeers“ werden können.


Bereits auf der Hinreise nach Kyllini musste die Fähre gegen das Schlechtwetter mit bis zu sieben Windstärken und einem entsprechenden Seegang ankämpfen. Vermutlich war dies auch die Ursache dafür, dass aus einem zuvor transportierten Tanklaster Olivenölreste ausgetreten waren. Die dadurch reduzierte Bodenhaftung der LKW-Reifen auf dem Autodeck wird dem Schiff bei der Anschlussfahrt zum Verhängnis. Schon eine halbe Stunde nach dem Ablegen verschieben sich die mit knapp 200 Tonnen Kraftstoff beladene Tanklastwägen auf die Steuerbordseite und verursachen eine gefährliche Schlagseite. Gleichzeitig fallen beide Rudermaschinen und die Kommunikation zwischen dem Maschinenraum und der Brücke aus, sodass „Zakynthos“ manövrierunfähig den Wellen nahezu schutzlos ausgesetzt ist. Ein Notruf wird abgesetzt. Mit einer großen Anstrengung gelingt es der Mannschaft letztendlich das Schiff mit einer funktionierenden Maschine und manueller Rudersteuerung in Richtung Land zu drehen in der Hoffnung es im seichten Wasser auf Grund zu setzen. Es gelingt nicht. Benzin entweicht aus den Autozisternen und weiterer Maschinenbetrieb ist aus Angst von einem Brand nicht mehr möglich. Kurze Zeit darauf erreicht das erste der umliegenden Schiffe „Zakynthos“ und eine Evakuierung beginnt. Nur die Rettungsinseln können dabei verwendet werden, da die Krängung inzwischen zu groß ist, um Rettungsboote ins Wasser abzusetzen. Weitere Schiffe und ein Flugzeug treten nun der Rettungsaktion bei.

Etwa anderthalb Stunden nach dem Notruf erschüttert eine Serie von Explosionen das ohnehin angeschlagene Schiff. Dabei wird die Heckklappe abgesprengt und ein großer Riss entsteht im Vorschiff, wonach das Wasser zügig das Hauptdeck flutet. Der Kapitän und sein erster Maschinist, die als letzten noch an Bord sind, werden ins Wasser geschleudert. Am Ende werden mit der Ausnahme eines LKW-Fahrers alle Menschen an Bord der „Zakynthos“ gerettet. Die Fähre sinkt nur 800 m von der Küste entfernt.

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