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Frachtsegler Sophie in der Flensburger Förde


Bei der "Sophie af Køge", allgemein einfach als "Sophie" bekannt, handelt es sich um einen klassischen Frachtsegler, gebaut 1911 in Rendsburg. Auf seiner letzten Reise im Jahr 1930 war das Schiff mit 30 Tonnen Zementsäcke beladen, die heute noch immer im vorderen Laderaum zu sehen sind. Das Wrack liegt auf ebenem Kiel in einer angenehmen Tiefe von 29 Metern. Der massive Eichenholzrumpf ist bis auf das zertrümmerte Hinterschiff größtenteils intakt. Dieser Bereich hat bei der Anfertigung der Wrackskizze für etwas Verwirrung gesorgt. In einigen Quellen wird das Schiff als ein Dreimast-Schoner beschrieben, worauf die zeichnerische Rekonstruktion der fehlenden Schiffsbereiche aufbaut. Diese These wird dadurch unterstützt, dass im Wrack jede Spur von dem 1925 nachgerüsteten Hilfsmotor und seiner Fundamentierung fehlt. Andere Quellen besagen wiederum, dass vom Schiffsrumpf nur der Heckspiegel fehlt, welcher direkt hinter dem Schiff als Trümmerfeld verteilt ist. Dafür spricht auch ein Stück der Brückenüberdachung, das auf der Steuerbordseite hinten am Grund liegt. In diesem Fall wäre es nur ein Zweimaster. Mittlerweile hat sich die These vom Zweimaster bestätigt. Im offenen Heckbereich des Wracks befand sich die Mannschaftsunterkunft, in der heute noch persönliche Gegenstände zu finden sind. Bei einem ursprünglich längeren Schiff wäre dieser Bereich ein Laderaum gewesen und die Mannschaftsunterkunft nicht mehr vorhanden.


Das Oberdeck ist besonders gut durch rausragende Spanten gekennzeichnet, die einst als Halterung für das Schanzkleid dienten. Die Masten und das Bugspriet fehlen ebenfalls. Der hintere Laderaum kann problemlos durchtaucht werden. Die "Sophie" ist ein schönes Wrack fürs entspanntes Tauchen bei einer mäßigen Sicht von 5 bis 10 Metern.


Quelle: Bubblewatcher

Artikel zuerst veröffentlicht in der Zeitschrift "Wetnotes" Nr. 34

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