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Der Schleppkahn am „Bluff Point“

  • Autorenbild: Der Wrackzeichner
    Der Wrackzeichner
  • vor 13 Minuten
  • 1 Min. Lesezeit

„Bluff Point“ ist der Name eines Leuchtturms an der Nordost-Spitze der Insel Gubal Seghira in der gleichnamigen Straße von Gubal im Roten Meer. Als „bluffs“ werden im Englischen erodierte Steilküsten bezeichnet, aber es gibt noch eine zweite lokale Deutung dazu. Hier an der Einfahrt in den Golf von Suez herrschen oft unvorhersehbare Strömungsverhältnisse, die dem Ort seinen Namen bescherten. Des Öfteren bekommt der Taucher beim ersten Hinsehen eine Strömungsrichtung und Stärke vorgetäuscht, nur um dann hinterm nächsten Felsenvorsprung festzustellen, dass alles doch ganz anderes ist. Hier liegt ein unscheinbares, aber irgendwie doch recht bekanntes Wrack.

Interessanterweise ist über den Ursprung des ca. 35 Meter langen und 6 Meter breiten Stahlschiffs nichts bekannt. Bei den örtlichen Tauchbasen wird es einfach „The barge“ genannt. Hinzukommend gibt das in 8 bis 14 Metern Tiefe liegendes und bis auf die kläglichen Reste der Rumpfspanten zerfallenes Wrack keinerlei Aufschlüsse über seine ursprüngliche Verwendung: keine Decks oder Aufbauten, nicht einmal Antriebsmaschine. Nach gängigen Theorien und Gerüchten war es ein antriebsloser Schleppkahn, der zur Versorgung der umliegenden Ölbohrplattformen und Inseln benutzt wurde und im Schlepp verloren ging. Aber auch ein Charterboot für die Taucher und sogar ein Patrouillenboot der ägyptischen Marine werden vermutet, je nachdem, wo man nach Informationen sucht. Als Zeitraum des Untergangs wird entweder der Sechstagekrieg im Jahr 1967 oder Jom-Kippur-Krieg im Jahr 1973 genannt. Heute ist das unscheinbare Wrack ein beliebtes Ziel für Tauchausflugsboote aus Hurghada und Scharm El-Scheich, da das anliegende Riff aufgrund seiner strömungsexponierten Lage überdurchschnittlich reichhaltig an Meereslebewesen jeder Art ist. Die Safariboote lassen hier des Öfteren die Check-dives und die ersten Nachttauchgänge auf ihren Touren durchführen.

Quelle: Holger Buss - dive3d.eu



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