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Die Unterseebagger



Normalerweise erwartet man bei Wracktauchgängen entweder ein Schiffs- oder viel seltener ein Flugzeugwrack zu sehen. Zu den Kuriositäten der Taucherwelt gehören aber zweifelsohne auch die Wracks von Baumaschinen auf dem Meeresgrund.


"La Pikareta" ist der Spitzname eines Wracks vor der Ortschaft Callao Salvaje im Süden von Teneriffa. In nur 25 m Metern Entfernung vom Strand und in gemütlichen 12 Metern Tiefe steht hier ein gut erhaltener Raupenbagger. Das wahrscheinlich ältere Modell lässt sich nicht mehr eindeutig bestimmen, aber vermutlich stammt die Maschine vom britischen Hersteller JCB. Die Umstände des Untergangs sind ebenfalls unbekannt, aber vermutlich viel das Baugerät beim Bau eines naheliegenden Hotel-Pools ins Wasser.


Die Geschichte des Straßenbaggers vor Fehmarn ist dagegen bekannt, aber deshalb nicht weniger interessant, denn das Wrack liegt mitten im Fehmarnsund weit abseits von der Küste. Der herkömmliche Seilbagger vom Typ Menck M152 (oder bauähnlich) wurde 1976 auf einem Ponton bei Arbeiten im Flachwasser eingesetzt, wo diese Lösung günstiger, als ein spezialisiertes Baggerschiffs ist. Nach dem Einsatz sollte der Ponton nach Kiel geschleppt werden, doch kurz vor der Kieler Förde stellte man mit Entsetzen fest, dass der Bagger nicht mehr drauf stand. Erst 25 Jahre später wurde das über Kopf auf dem Grund liegende Wrack in 14 Metern Tiefe wieder gefunden.


Quelle: Ingo Oppelt - "Wracktauchen, Die schönsten Tauchplätze der Ostsee"

Artikel außerdem veröffentlicht in der Zeitschrift "Wetnotes" Nr. 45


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