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Frachtschiff „Kaptan Ismail Hakki“ vor Kap Malea

Falls es gerade beim Namen dieser südgriechischen Gegend klingelt… Ja, es ist genau das Kap Malea, an dem Odysseus in einen Sturm geriet und seine zehnjährige Irrfahrt begann. Schon zu Homers Zeiten war das vielbefahrene Seegebiet in der Lakonischen Bucht für sein wechselhaftes und stürmisches Wetter bekannt. Wer weiß wie viele Schiffe hier ihr trauriges Ende gefunden haben. Eins davon kann man sogar betauchen…

„Kaptan Ismail Hakki“ war ein ca. 58 m langer Frachter der türkischen Reederei „Deval Shipping Group“ und wurde im Jahr 1970 in Istanbul gebaut. Sie wurde nach dem Firmenleiter benannt, der im Jahr 1955 das erste türkische Frachtschiff von Dampfmaschine auf Dieselantrieb umbauen ließ und somit ein neues Kapitel in der türkischen zivilen Schifffahrt eröffnete.


Am 29. Juli 1978 (nach anderen Angaben am 30. Januar) befand sich das Schiff auf dem Weg von Izmir nach Marseille als ein plötzlich auftretender starker Seegang eine Ladungsverschiebung auslöste. Knapp 600 Tonnen von Zinkoxid in den Laderäumen sorgten für eine entsprechende Schlagseite und letztendlich für das zügige Kentern. Obwohl die Unglücksstelle in der Bucht von Agia Marina nur 100 m von der Felsküste lag, war es in der Dunkelheit nahezu unmöglich sich mit dem Rettungsboot an Land in Sicherheit zu bringen, ohne dabei auf einen Felsen aufzulaufen. Glücklicherweise wurde der Schiffsuntergang von einem Hirten beobachtet, der kurzerhand ein Feuer anzündete und so die Schiffsbesatzung zum einzigen Sandstrand in der Nähe führte. So haben alle Männer das Schiffsunglück überlebt und schenkten ihr Rettungsboot jenem Hirten, dem sie das zu verdanken hatten.


Heute liegt „Kaptan Ismail Hakki“ auf einem festen Sandgrund in der Bucht von Aghia Marina in einer Tiefe von nur 12 Metern auf der Backbordseite mit ca. 100° Krängung. Bei einer Schiffsbreite von 9 Metern liegt die Oberkante des Wracks nur drei Meter unter der Wasseroberfläche. Entsprechend schnell wird das Wrack irgendwann durch die Wellen zerstört. Aber bis dahin bleibt sie ein genialer Ort für sorgloses und entspanntes Tauchen bei sehr guten Sichtweiten und einer Vielzahl von interessanten Details zum Erkunden.

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