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Junkers Ju-52 im Hartvik-See, Norwegen

Die "Nachrichten-Ju" ist eines von 11 Flugzeugen des Typs Junkers Ju 52/3m, das auf dem vereisten See notlanden musste und schließlich versunken ist. Die Hälfte der Flugzeuge wurde geborgen, 5 liegen noch immer im See.

Norwegen, Hartvikvatnet, 18 Kilometer nordöstlich von Narvik. Vieles wurde über die missglückte Operation der Luftwaffe im 2. Weltkrieg geschrieben, bei der elf Maschinen des Typs Junkers Ju 52/3m auf dem vereisten See landeten. Zehn davon mussten zurückgelassen werden und sanken kurze Zeit später bei der ansetzenden Eisschmelze. Fünf der Maschinen liegen bis heute auf dem Grund des Sees. Das bekannteste von diesen Wracks ist die sogenannte Nachrichten-Ju, die als fliegende Funkstation diente. Heute liegt sie je nach Wasserstand in einer Maximaltiefe zwischen 6 und 10 Meter und ist daher mit einem vergleichsweise geringen Aufwand auch für Sporttaucher erreichbar.


Im Juli 2019 war es dann endlich so weit, dass sich auf dem Rückweg von einer zweiwöchigen Tauchexpedition in Nordnorwegen eine Chance ergab, dieses Wrack zu besuchen. Der Tauchplatz ist auch dahingehend spektakulär, dass man mit einem Auto nur bis auf circa 400 Meter an das Wrack rankommt. Der Rest wurde im bauchtiefen Wasser des Flusses Elvegårdselva zurückgelegt. Und da lag sie, die »Tante-Ju«, in einem so guten Zustand, wie man ihn nach so vielen Jahren nur im Süßwasser vorfinden kann. Die leeren Ölfässer im Inneren zeugen noch heute vom erfolglosen Versuch der norwegischen Soldaten, das Absinken der Maschine zu verhindern, bevor die Bergung durch einen versehentlichen Luftangriff der britischen Air Force verhindert wurde. Es fehlen lediglich zwei der drei Motoren, die Cockpit-Instrumente wurden entwendet und das Wrack wird langsam, aber sicher vom Sediment verschlungen, das durch den Fluss herangetragen wird und sich auf dem hinteren Teil des Flugzeugs bzw. auf seinen Tragflächen absetzt.


Nach circa 20 Minuten traten wir den Rückweg an, wobei sich das ruhig fließende Bächlein von seiner tückischen Seite zeigte. Der Waldweg zurück zum Auto war zu sehr aufgeweicht und so mussten wir durchs Wasser zurückgehen. Jene Strecke, die wir auf dem Hinweg kinderleicht zu Fuß zurückgelegt haben, wurde gegen die langsame Strömung zur Qual. Nach einer halben Stunde Kampf kann man sich sehr gut in die Lage eines Lachses versetzen, der einen Fluss auf dem Weg zu seinem Laichplatz hochstürmt.


Artikel zuerst veröffentlicht in der Zeitschrift "Wetnotes" Nr. 41

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