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Truppentransporter "Athanassios" in der lakonischen Bucht


Dass man historisch interessante, wenig betauchte und vergleichsweise gut erhaltene Wracks auch in geringen Tiefen vorfinden kann, zeigt das Wrack der MV »Athanassios« vor der griechischen Küste. In ihrer ursprünglichen Funktion als Passagierdampfer »Santorio« wurde sie im Jahr 1888 auf der Werft »Stabilimento Tecnico Trieste« gebaut und fuhr in der Adria unter österreich-ungarischer Flagge. In den nachfolgenden über 50 Jahren ihrer Geschichte hat sie viele Eignerwechsel erlebt und oft den Namen gewechselt: »San Mauro«, »Erzsi«, »Merkur«, »Nikita Dendrinos«, »Anastasios Rigas«. In beiden Weltkriegen wurde sie jeweils von der österreich-ungarischen Kaiserlichen und Königlichen Kriegsmarine bzw. von der griechischen Marine für den Truppentransport requiriert. In dieser Funktion fuhr sie auch zum letzten Mal, als sie am 26. April 1941 auf dem Weg von Patras nach Piräus

von der deutschen Luftwaffe durch Bomben und MG-Feuer versenkt wurde. Der Angriff ereignete sich vor Kap Xili in der Lakonischen Bucht nahe der griechischen Stadt Plytra.


Heute liegt das 38 Meter lange Wrack in einer Tiefe von nur 12 Metern, in der es eigentlich der Verwitterung durch den Seegang stark ausgesetzt ist. Trotzdem ist der Rumpf noch relativ intakt. Lediglich die Holzbeplankung des Oberdecks und die Aufbauten fehlen. Was von Deckspanten und Unterzügen übrigblieb, erlaubt einen unverdeckten Blick auf die inneren Strukturelemente des Rumpfes. Des Weiteren wurde die Maschine nach dem Krieg geborgen, da der 2-Zylinder Dieselmotor erst 3 Jahre vor dem Untergang die ursprüngliche Dampfmaschine abgelöst hat. Das Wrack liegt nur 80 Meter von der Küste entfernt und ist sogar auf den Satellitenbildern erkennbar (Koordinaten 36°39‘49«N - 022°49‘21«E). Trotzdem ist es schwer erreichbar, da auf Südpeloponnes nahezu keine Infrastruktur fürs Tauchen vorhanden ist. Dies erklärt auch die geringe Frequentierung des Wracks.


Quelle: Privatrecherche durch Dimitris Galon

Artikel zuerst veröffentlicht in der Zeitschrift "Wetnotes" Nr. 38

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